Kulturagenten
Das Kulturagentenprogramm an der Teltow-Grundschule

von Ursula Reimann, Kulturbeauftragte

Unsere Schule nimmt seit Beginn des Schuljahres 2011/12 an dem Modellprojekt „Kulturagenten für kreative Schulen“ teil. Ziel ist es jungen Menschen einen lustvollen aktiven und nachhaltigen Zugang zu Kunst und Kultur zu ermöglichen. Durch die Nutzung vielfältiger kultureller Angebote, die gemeinsame Entwicklung künstlerischer Projekte mit Künstlern und Kulturinstitutionen, die Einbindung in den Schulalltag und den Aufbau langfristiger Kooperationen mit Kulturinstitutionen wird ein Umfeld geschaffen, in dem die Künste Wertschätzung erfahren und sich entfalten können. Die Schule hat sich das Ziel gesetzt ein Konzept für die Einbindung von künstlerischen Projekten mit dem Schwerpunkt Sprachförderung in den Unterricht der Klassen 1-6 zu entwickeln.

Das Werkstattprojekt (2011/12) hatte den Schwerpunkt Materialien zu erforschen, die Möglichkeit ihrer Bearbeitung, Verwendung und Verbindung zu erproben und räumlich zu arbeiten. Durch das „Begreifen“, das Arbeiten mit den Händen wurde die haptische und visuelle Wahrnehmung gefördert. Der sprachliche Austausch über die künstlerische Arbeit und die Präsentation der Objekte in einer Ausstellungsveranstaltung (Juni 2012) förderten die sprachliche Entwicklung der Kinder. Bemerkenswert war, dass sich gerade SchülerInnen mit Förderbedarf sehr konzentriert und mit Freude ihrer Aufgabe widmeten.

Das Projekt „Stadt, Land, Fluss“ (2012/13) war ein Jahresprojekt unter dem Motto „Reise um die Welt“, in dem LehrerInnen mit ihren Klassen und KünstlerInnnen gemeinsame Ideen zur Umsetzung entwickelten. Es bot die Möglichkeit mit externen Partnern zusammenzuarbeiten, auch externe Lernorte zu nutzen und die eigene Arbeit durch die Ideen einbezogener Künstler zu erweitern. Vielfältige kreative Projekte entstanden: Theaterprojekte, Ton-Arbeiten in der Werkstatt und der Jugend-Kunstschule, japanische Tuschemalereien, Besuch der schwedischen Botschaft und Interview mit einem schwedischen Kinderbuch-Autor, Komposition und Gestaltung eines mexikanischen Weihnachtsliedes, Tanzaufführungen „Heka“, „Tititorea“ und zu „Peer Gynt“, Trommeln und Märchen mit Gesang Percussion und Tanz aus Afrika, u.a. Diese wurden in einer gemeinsamen Präsentationswoche (Mai 2013) mit Ausstellung und Bühnenprogramm allen aktiv Beteiligten, Eltern und externen Besuchern vorgestellt. SchülerInnen führten durch die Ausstellung.

Das vom November 2013 bis Mai 2015 geplante Projekt „Kunst und Sprache“ steht im Zusammenhang mit dem formuliertem Ziel, Themen künstlerischer Projekte schwerpunktmäßig unter dem Aspekt „Sprachförderung“ zu entwickeln. Das Projekt beinhaltet drei Module:

Modul 1: KunstGenuss und SprachLust/ ein Kooperationsprojekt mit dem Georg Kolbe Museum. In Zusammenarbeit mit dem Museum wird über einen Zeitraum von 1 1/2 Jahren das Thema "KUNST&SPRACHE" im Zusammenhang mit den dort gezeigten Ausstellungen ausgelotet. Im Rahmen des Projekts findet ein Studientag für das Kollegium der Schule im Museum statt.

Modul 2: "Wer einen Stein bearbeiten kann...." - Künstlerisch-handwerkliche Arbeit in der Werkstatt der Schule. Im Rahmen des Moduls wird ein direkter Bezug zwischen Objekt und Sprache hergestellt und freies bildnerisches Arbeiten ermöglicht (nach einer Erkenntnis aus der Gehirnforschung: „...dass, wer einen Stein bearbeiten, auch einen Satz bilden kann"). Der Werkstattschwerpunkt basiert auf den positiven Erfahrungen aus den ersten beiden Programmjahren. In den Werkstattbereich werden insbesondere in Tempelhof-Schöneberg ansässige Künstler einbezogen, um eine Vernetzung innerhalb des Bezirks im Hinblick auf evtl. Weiterführung und Verstetigung zu erreichen.

Modul 3: Sprache, Rhythmus und Bewegung In Kooperation mit Künstlern aus verschiedenen Kunstsparten (Tanz, Erzählen, Musik, Schreiben, Film, Graphik) werden Sprache, Rhythmus und Bewegung zueinander in Beziehung gesetzt. Das Projekt KUNST&SPRACHE läuft bis zum Ende der Programmlaufzeit Mitte 2015 und richtet sich an alle Klassen und das gesamte Kollegium der Schule. Insgesamt ist das Projekt als eine Art "schuleigenes Forschungsprojekt" als Basis für die weitere Entwicklung der Schule ab 2015 zu sehen.